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GELDPOLITIK

Innerhalb der Gruppe der zur regelmäßigen Beobachtung und Untersuchung ausgewählten Schlüsselindikatoren misst die EZB den monetären Aggregaten große Bedeutung bei. Die monetäre Analyse der EZB stützt sich auf die Tatsache, dass Geldmengenwachstum und Inflation mittel- bis langfristig eng miteinander verbunden sind; damit untermauert sie die mittelfristige Orientierung der geldpolitischen Strategie der EZB. Die Analyse der Kredit- und Liquiditätsbedingungen versetzt die EZB in die Lage, über die vorübergehenden Auswirkungen verschiedener Schocks „hinauszuschauen“.
Um ihrer Verpflichtung zur monetären Analyse Ausdruck zu verleihen und eine Orientierungsgröße für die Beurteilung der monetären Entwicklung bereitzustellen, hat die EZB einen Referenzwert für das weit gefasste Geldmengenaggregat M3 bekannt gegeben. Dieser bezieht sich auf die Wachstumsrate der Geldmenge M3, die als mit dem Ziel der Preisstabilität auf mittlere Sicht vereinbar gilt. Der Referenzwert stellt daher eine „natürliche“ Bezugsgröße für die Analyse des Informationsgehalts der monetären Entwicklung im Euro-Währungsgebiet dar.
Die EZB beurteilt in ihrer monetären Analyse regelmäßig das Wachstum des weit gefassten Geldmengenaggregats M3, aber auch viele andere monetäre und finanzielle Größen. So wird die Entwicklung der Komponenten von M3 (wie Bargeldumlauf, Termineinlagen usw.) untersucht, da sie einen Einblick bieten, wie sich M3 insgesamt entwickelt. Dabei können enger gefasste Aggregate wie M1 Hinweise auf die realwirtschaftliche Entwicklung liefern. Ebenso können Veränderungen bei der Kreditgewährung an den privaten Sektor Aufschluss über die Finanzierungsbedingungen geben und – über die Bilanz der Monetären Finanzinstitute (MFIs) – zusätzliche Informationen zur Geldmenge liefern. Eine solche Analyse verhilft zu einem genaueren Einblick in das Verhalten des Geldmengenaggregats M3 in Relation zum Referenzwert und vermittelt zugleich einen Gesamteindruck von den Liquiditätsbedingungen in der Volkswirtschaft und den Konsequenzen in Bezug auf die Risiken für die Preisstabilität.
Ferner kann die Analyse von Geldmenge und Kreditvergabe unter gewissen Umständen frühzeitig Informationen über sich aufbauende finanzielle Ungleichgewichte liefern. Solche Informationen sind wichtig für die Geldpolitik, weil das Entstehen von finanziellen Ungleichgewichten oder spekulativen Blasen bei den Vermögenspreisen eine destabilisierende Wirkung auf die Wirtschaftsaktivität und letztlich auf die mittelfristige Preisentwicklung haben kann.
M1 umfasst den Bargeldumlauf sowie die täglich fälligen Einlagen. M2 besteht aus M1 sowie Einlagen mit einer vereinbarten Laufzeit von bis zu zwei Jahren und Einlagen mit einer vereinbarten Kündigungsfrist von bis zu drei Monaten. M3 umfasst M2 sowie Rückkaufsvereinbarungen, Geldmarktfondsanteile und Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren.
Weitere Einzelheiten finden Sie unter www.ecb.europa.eu/mopo/strategy/monan.
MP.006 01/07
Europäische Zentralbank